(Anzeige)

Ethical Fashion Show: Aluc über Upcycling und Nachhaltigkeit

Auf der Ethical Fashion Show stellte das berliner Upcycling-Label aluc im Rahmen der Berlin Fashion Week seine neue Kollektion aus. Arianna Nicoletti, eine der drei Gründerinnen, berichtet über die Vorteile und Möglichkeiten des Upcyclings und was für sie noch dazu gehört. Bekannt ist das Label für seine Fertigung von Blusen und Hemden aus Produktionsresten.

aluc HemdDer Upcyclingtrend hat bereits viele Bereiche der Mode erreicht. In einem Bereich gab es lange Zeit jedoch nicht viel Angebot: Hemden und Blusen. Diese Businessmode, ob nun schlicht oder ausgefallen, haben jedoch die meisten im Kleiderschrank hängen. Hemden braucht jeder – so entschied sich aluc für diese Nische.

Die farbigen Baumwollkreationen sehen wie neuwertige Hemden und Blusen aus, doch sie stammen aus der Upcycling-Herstellung. Neu sind sie dennoch, weil aluc hauptsächlich nach Preconsumer-waste arbeitet. Verwendet werden also unbenutzte Stoffe, die normalerweise als Produktionsreste oder -überschüsse verbrannt würden. Kaufen kann man diese Einzelstücke im eigenen Upcycling Fashion Store in Berlin und weiteren Ladengeschäften.

Der Modemarkt macht unnötig Müll

Upcycling wollten Arianna, Luise und Carina eigentlich von Anfang an machen. „Wenn wir etwas Neues machen möchten, dann sollten wir das Beste machen und das Beste ist im Moment all den Müll zu vermeiden und zu verwenden“, sagt Arianna. Dabei soll die Produktion zudem so lokal wie möglich sein. Es gibt in Deutschland kaum noch Unternehmen, die tatsächlich im Land produzieren. Bei ihren Anfragen an Stoffhersteller kam als erstes eine Antwort von Getzner Textil aus Österreich zurück. Das bluesign zertifzierte Unternehmen erklärte sich bereit seine Stoffreste aluc zu überlassen. Ein weiterer Kontakt entstand auf der letzten Ethical Fashion Show mit dem schweizer Unternehmen Weber Textilien. Ansonsten halten sich die Hersteller zurück. „Nicht viele Firmen sind so transparent. Sie wollen nicht, dass du weißt, wie viel Müll sie haben“, erklärt Arianna. Dabei würde man meinen, ein Abnehmer für die Reste sei willkommen. Dem ist häufig jedoch nicht so. „Es ist zu viel Aufwand. Günstiger ist es für sie alles wegzuschmeißen“, sagt Arianna weiter. Dies geschieht meist bereits innerhalb von zwei Monaten, um Platz für die neuen Stoffe zu schaffen. Die übrigen Reste variieren dabei immer. Mal bekommt das Upcycling-Label 10 Meter eines Stoffes, manchmal sogar 100 Meter oder auch nur 2 Meter.

Für aluc spielt weiterhin die faire Produktion eine wichtige Rolle. So lassen sie ihre Hemden und Blusen in einer Behindertenwerkstatt in Niedersachsen fertigen. Damit unterstützen sie auch ein soziales Projekt, was ihnen wichtig ist. Es dauert zwar länger den Menschen die Nähfertigkeit beizubringen, doch am Ende sind sie in der Lage selbstständig eine Bluse zu nähen. Manchmal gibt es hier und da eine nicht ganz perfekt genähte Kurve, doch das stört Arianna gar nicht. „Ich finde das tausendmal schöner als ein Hemd, das in China produziert wurde von einer Frau, die 20 Stunden am Tag dort sitzt“, meint sie. Denn die Schönheit eines Produkts wird zugleich durch die unwürdigen Bedingungen, welche dahinter stehen, zunichte gemacht.

Für die Zukunft wünscht sich aluc, dass mehr Materialien recycelbar werden und sie irgendwann einmal auch die Garne oder Knöpfe upcyceln können. Bis dahin bleiben sie sich ihrer Philosophie treu und zeigen, dass der Markt so viel Verschwendung nicht nötig hat.

Weitere Informationen unter www.aluc.eu

Text: Monika Zielinski / Fotos: aluc

Das könnte Dich auch interessieren

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung (selbstverständlich ohne Namen) unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen